Dr. Barry Sears: Empfehlungen zu Omega-3 und 6-Fettsäuren

Es gibt unterschiedliche Empfehlungen zum Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren, die meist zwischen 0,2 und 0,6 Prozent der Tagesenergie liegen. [1] Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) werden beispielsweise ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche empfohlen, was ungefähr ein bis zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag entspricht und einem Anteil von 0,5 Prozent am Tagesenergiebedarf eines Menschen. [2] Diese Menge wird im Durchschnitt in Deutschland erreicht. [1,3] Viele Autoren aktueller Beiträge zu Omega-3-Fettsäuren gehen jedoch von einer deutlich höheren optimalen Zufuhr und damit einer generellen Unterversorgung der Menschen in Deutschland an Omega-3-Fettsäuren aus.

Auch Dr. Barry Sears empfiehlt eine deutlich höhere Dosierung von 2,5 Gramm langkettiger Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA) täglich, damit sich die angesprochenen positiven Wirkungen der Eicosanoide aus Omega-3-Fettsäuren entfalten und zu einem verbesserten Allgemeinbefinden führen können.

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es bei der Aufnahme der Omega-3- und 6-Fettsäuren über die Nahrung auf das richtige Verhältnis beider zueinander ankommt. In früheren Empfehlungen wurde bezüglich des gesundheitlichen Nutzens von Omega-6- und 3-Fettsäuren jedoch nicht deutlich unterschieden, sondern schlicht der Verzehr von mehr ungesättigten Fettsäuren beispielsweise über die Auswahl bestimmter Speiseöle empfohlen. [4] Dies führte zusätzlich zu einem Anstieg des Verzehrs von Omega-6-Fettsäuren-haltigen Lebensmitteln wie Sonnenblumenöl und damit zu einer tendenziell negativen Verschiebung des Gleichgewichts. [4] Tatsächlich enthalten bestimmte Speiseöle wie Leinsamen-, Raps- und Sojaöl auch eine Omega-3-Fettsäure – die α-Linolensäure (ALA). Diese kann entgegen früherer Annahmen jedoch nur in sehr geringen Mengen in EPA und DHA umgewandelt werden. Ein ähnlicher positiver Effekt wie für EPA und DHA konnte für ALA bisher nicht belegt werden. [4]

Dr. Barry Sears empfiehlt entsprechend einer mediterranen Ernährung in der Regel extra natives Olivenöl zu verwenden. Neben verschiedenen gesunden Inhaltsstoffen wie Polyphenole weist es einen verhältnismäßig geringen Anteil an Omega-6-Fettsäuren auf und trägt dazu bei, dessen Aufnahme über die Nahrung zu verringern.
Quellen:
[1] Biesalski HK, Grimm P. Taschenatlas der Ernährung. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage 2004;88-118.
[2] Singer P, Wirth M. Omega-3-Fettsäuren marinen und pflanzlichen Ursprungs: Versuch einer Bilanz, Ernährungs-Umschau 2008;3:296ff.
[3] Hrsg. DGE, ÖGE, SGE und SVE. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 1. Auflage, 3. korrigierter Nachdruck 2008; Neuer Umschau Buchverlag.
[4] Idelevich E. et al. Omega-3-Fettsäuren in Prävention und Therapie: Aspekt der Versorgungsqualität. Gesundh ökon Qual manag 2009; 14: 245-252.